Anderswo. Das Feuilleton

Huch! Lange nicht feuilletoniert. Dafür isses auch kurz:

Die wundervolle Karen Köhler ist auf Einladung des Goethe-Institus für ein paar Wochen in Reykjavik und bloggt darüber.

Ein irgendwie sonderbarer und unterschwellig larmoyanter Beitrag im Deutschlandfunk mit dem Thema „plötzlich sind alle Bücher Romane, was anderes gildet gar nicht mehr, der Titel ‚Roman‘ ist nichts mehr wert, alle anderen Genres auch nicht, früher war, ach nee, doch nicht alles besser, aber jetzt weiß ich auch nicht.“ Oder so ähnlich.

Ach ja, alles undifferenzierte Romane? Och, naja.

Wolf Wondratschek hat einen neuen Roman geschrieben. Den kann man allerdings nicht lesen, jedenfalls im Moment noch nicht, denn er hat ihn nicht an einen Verlag verkauft, sondern an einen Privatmann, weil der einfach besser gezahlt hat. Auch ne Idee. Irgendwie.

Mehr mit der Hand schreiben. Wie oft habe ich mir das jetzt schon vorgenommen? Mindestens so oft wie „mehr fernsehen“. Soll total super sein. Also, das Mitderhandschreiben jetzt. Über das Fernsehen hört man ja Unterschiedliches.

Hanser hat zwei junge neue Lektoren: Martin Kordiç und Florian Kessler im Gespräch mit der SZ.

Und zum Abschluss, Ladies and Gentlemen: The one and only Bobby McFerrin über Spiegelneuronen.

Ein Gedicht, ein Gedicht!

Hallo Schatz
wie geht es dir heute
mein Name ist Geschenk,
um mir eine Freude zu kontaktieren
Sie bitte ich werde wie Sie,
um mich zurück in meine E-Mail
zu schreiben,
so dass ich Ihnen mehr über mich
selbst erklären,
für Sie zu wissen,
wem ich bin,
ich hoffe auf Ihre Antwort
erhalten

Das ist vielleicht die poetischste Mail, die ich je erhielt. Danke, Rabia.
Man möchte glatt ein Glanzbild drunterkleben.

„Wir haben ein Loch in den Himmel gebrannt“

Schreiben über den Krieg – die Übersetzerinnen Joachim Bartholomae, Ingo Herzke und Ulrike Schimming über A.L. Kennedy, Klaus Mann und Renata Viganò

Lesung und Gespräch

Über Hamburg wird ein Bomber der Royal Air Force abgeschossen, und der Heckschütze gerät in Kriegsgefangenschaft, in Italien kämpft die Bäuerin Agnese gegen deutsche Besatzer und italienische Faschisten, ein Militärkaplan versucht vergeblich, zwischen den Fronten zu vermitteln, und löst damit eine Katastrophe aus.

Aus Anlass des siebzigsten Jahrestags der Befreiung am 8. Mai stellen drei Hamburger Übersetzer Texte vor, die sich mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs befassen: Renata Viganòs Roman „Agnese geht in den Tod“, der in Italien zum Schulkanon gehört, erschien auf Deutsch erstmals 1951 im Verlag Volk und Welt und wurde nun von Ulrike Schimming für die edition fünf überarbeitet – eine Editionsgeschichte, von der die Übersetzerin Erstaunliches zu berichten weiß.
Klaus Manns Drehbuch „Der Kaplan“, das in den Film Paisà von Roberto Rossellini einfließen sollte, wurde in dieser Form nie umgesetzt – der Übersetzer und Verleger des Männerschwarm Verlags Joachim Bartholomae spricht über die Hintergründe dieses Projekts und die besondere Herausforderung, einen Autor, der im Exil die Sprache wechselte, ins Deutsche zurückzuholen.
Die schottische Autorin A.L. Kennedy schickt ihren Protagonisten Alfred Day vier Jahre nach Kriegsende erneut nach Deutschland, wiederum in ein Lager, diesmal aber als Komparsen zu den Dreharbeiten für einen Kriegsfilm. Verschlungen, verschachtelt, verspielt und zugleich unverhohlen grausam – funktioniert das auch auf Deutsch?, war eine der Fragen, die sich Ingo Herzke bei der Übersetzung zu stellen hatte.

Wie politisch ist Übersetzung? Mit welchen Mitteln nähern sich die Autoren dem Zweiten Weltkrieg? Die Übersetzer lesen, diskutieren und beantworten Fragen.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V., Buchhandlung Christiansen und (p)ostkarte(ll) e.V., gefördert durch die Robert Bosch Stiftung und die Kulturbehörde Hamburg

Dienstag | 28. April 2015 | 20 Uhr
Ort: Christianskirche | Ottenser Marktplatz 6 | 22765 Hamburg
Eintritt 5 Euro