Urlaub. Kinder.

Kurz vor der Buchmesse spazierten wir in ein Reisebüro und sagten, wir wollten in den Herbstferien eine Woche in die Sonne. Ziel egal. Herumliegen und Nichtstun, das war unser Sinn, und zwar bitte warm. Beim Wort „Herbstferien“ wurde die freundliche Reisebürodame ein wenig blass um die Nase, aber was will man machen, der Mann ist Lehrer.
Sie suchte also ein bisschen und fand nach einer Weile ein schönes Hotel und dazu bezahlbare Flüge zu vernünftigen Uhrzeiten, was so kurzfristig keineswegs selbstverständlich ist. Das Hotel sah hübsch aus, die Preise auch, ich habe schon wieder vergessen, wo es überhaupt lag, denn dann fiel mein Blick auf die Zeile „Ü 18 – Nur für Erwachsene“. Ich sagte dazu vermutlich erstmal etwas so Eloquentes wie „äh?“
Nein, nein, beeilte sich die Reisebürodame zu erklären, das sei nun keineswegs etwas Unanständiges, es seien halt nur keine Kinder und Jugendlichen unter achtzehn Jahren dort erwünscht. Kinder seien ja doch manchmal etwas lauter, und es gebe halt Leute, die im Urlaub ihre Ruhe wollten.

Großartige Idee! Ich meine, klar sind Kinder irgendwie auch Menschen. Aber mal ehrlich, sie sind schon manchmal laut. Genauso wie Alte, die reden manchmal so laut, weil sie selbst nichts mehr hören, und außerdem stehen sie dauernd im Weg und sind so furchtbar langsam. Vielleicht könnte man extra Altenhotels haben, das ist doch auch schön für die, da sind sie unter Gleichaltrigen und können auch gleich Diabetikerkost zu essen kriegen. Und wir müssen sie nicht in unserem Hotel ertragen. Und außerdem hätte ich auch gern keine Homosexuellen im Hotel, die will doch keiner sehen, und weiß der Geier, ob das nicht doch ansteckend ist. Und ganz ehrlich, wenn jemand eine sehr dunkle Hautfarbe hat, das ist ja auch ein bisschen unheimlich, und man weiß ja auch nicht, ob das nicht doch abfärbt, im Pool zum Beispiel, also wenn wir bitte auch keine Schwarzen im Hotel haben könnten? Ach ja: Männer sind im Allgemeinen echt schlechte Menschen, die belästigen einen oder sie grölen herum, ich möchte bitte in ein Hotel ohne Männer. Und ohne Frauen! Weil, ach.

Anders gesagt: Geht’s noch? Ein Hotel, in dem Kinder unerwünscht sind? Anscheinend greift das sogar um sich, das war kein Einzelfall, es gibt immer mehr solche Hotels. Ich fürchte, ich bin vor Schreck ein bisschen ausfallend geworden und habe gesagt, da sind bestimmt nur Arschlöcher, da wollen wir nicht hin, und zwar aus Prinzip nicht. „Nur Arschlöcher“ nehme ich zurück, weil ich annehmen möchte, dass ein Teil der Leute, die sowas buchen, einfach nicht zu Ende gedacht hat. Oder womöglich die entsprechende Zeile im Prospekt übersehen hat.

Wir sind dann auf Menorca gelandet. In einer kleinen Hotel- und Apartment-Anlage, sehr hübsch, mit Pool und Strandzugang. Und mit Kindern. Die abends Spaß in der Mini-Disco hatten, die tagsüber im Pool oder im Meer plantschten, wie sich das gehört, die allesamt nett und reizend waren. Kein Kind hat genervt. Drei ca. 14jährige Jungs haben am Pool „Reinschubsen mit Erlaubnis“ gespielt, das war geradezu rührend.
Für ein paar Minuten genervt haben die beiden älteren Ehepaare, die am übernächsten Tisch zwei Frühstücke lang über Sylt schwadroniert haben. Aber hey, so ein Frühstück dauert auch nicht ewig. Man kann das schon ertragen. Denn es ist ja so: Wenn man in ein Hotel geht, dann sind da auch noch andere Menschen. Andere Menschen sind ein bisschen anders als man selbst. Zum Beispiel älter oder jünger.

Was machen wir da?

ZweiImker-225x300Dienstag ist „Was machen die da“-Tag. Heute sind wir mal meta und erzählen zur Abwechslung, was wir da eigentlich immer machen, wenn wir Was machen die da machen. Wir haben jedenfalls immer viel Spaß und viel Arbeit und glücklicherweise auch viel sehr schönes Feedback. Und wir sehen dabei natürlich immer super aus, sind angemessen gekleidet und niemals albern. Bitte hier entlang.

Samstag!

Das Trific zu Gast im Nil N°6!

Liebe Freunde des Trific!

Am 25.10. ab 19.30 Uhr sind wir im Nil N°6 zu Gast und verbringen dort:

„AN OFFALLY DELIGHTFUL EVENING!“

Mit feinen schottisch-irisch-englischen Innereien und noch feinerer schottisch-irisch-englischer Musik, dargeboten von Axel Bogdan und Matthias Koitzsch aka Spindrift!

Das Menü:

sweetbreads | watercress | apple | tarragon

barley | beef broth | liver quenelles

steak | kidney | potato

eccles cake | cheddar

Preis 42 Euro inklusive Musik.
Anmelden dann bitte direkt im Nil. Unter 040 4397823
Nil N°6 Neuer Pferdemarkt 6 www.restaurant-nil.de

Auf diesen Abend freut sich Oliver Trific ganz besonders!
Denn er kocht zum ersten Mal seit über dreißig Jahren mit Steffen Hellmann, heute Co-Chef des Nil und ehemals Lehrlingskollege im Hamburger Hotel Norge!

Das Nil im Web. restaurant-nil.de
Spindrift im Web. spindriftmusic.de

Anderswo

- Katy möchte im englischsprachigen Raum einen Preis für übersetzte Literatur von Frauen einrichten. Weil nämlich fast nur Literatur von Männern übersetzt wird.

- Felicitas von Lovenberg hat eine Rede gehalten. Eine Laudatio eigentlich auf die Buchhandelskooperation „5 plus“, die mit dem Julius-Campe-Preis des Hoffmann und Campe Verlags ausgezeichnet wurde, aber eigentlich ist es ein Loblied auf alle Buchhändler geworden.

- Rebecca Ellsäßer ist „Autorenassistentin“ und hat unter anderem Lutz Seiler bei seiner Arbeit an „Kruso“ unterstützt. Wie das ging, erzählt sie im Interview mit der FAZ.

- Oh, wie wunderbar, das sehe ich ja jetzt erst: es gibt ein Buchmessen-Mode-Tumblr!