Harry Rowohlt

Ich habe kein Verhältnis zu Hörbüchern, hatte ich noch nie. Schon nach wenigen Minuten merke ich, dass ich nicht mehr zuhöre, dass ich mit den Gedanken woanders bin und das Vorgelesene an mir vorbeirauscht. Das einzige Hörbuch, das ich länger als 10 Minuten gehört habe – nämlich komplett von vorne bis hinten, und dann noch mal – war Pu der Bär, übersetzt und gelesen von Harry Rowohlt. Weil es so zauberhaft ist, wie der olle Brummbär dem Bären von geringem Verstand eine Stimme gibt, wie er I-Aah und Ferkel und all den anderen eine Stimme gibt, und wie liebe- und wundervoll all diese Stimmen sind. Harry macht sich über keinen seiner Helden lustig, sie sind alle ganz genau richtig so, wie sie eben sind. Und als Pu eines Morgens aufsteht und feststellt: „Heute ist ein guter Tag zum Sachenmachen“, da habe ich laut hurra geschrien. Und mir diesen Satz gemerkt.
Und Jahre später mein Buch danach benannt.

Thomas Hummitzsch hat einige Übersetzerstimmen zum Tod von Harry Rowohlt gesammelt. Darunter auch diese hier von mir.

Hier ist ein sehr langes und schönes Interview mit Harry Rowohlt. (Der Moderator heißt Achim Bogdan, und nein, wir sind nicht verwandt, ich höre zum ersten Mal von ihm.)

Hier gibt es Nachrufe:
David Hugendick in der ZEIT.
Ralf Sotschek in der taz.
Klaus Bittermann im Tagesspiegel.
Hilmar Klute in der Süddeutschen.
Ekkehard Knörer im Freitag.

2 Kommentare

  1. Andi Freitag, 19. Juni 2015 um 17:15 Uhr [Link]

    Als Ergänzung der Nachruf-Liste vielleicht noch diese von Herrn Niggemeier getwitterte und ich glaube schon etwas ältere Karikatur von Hauck&Bauer:
    https://twitter.com/niggi/status/610791916632977408/photo/1

  2. Katarina Montag, 22. Juni 2015 um 20:33 Uhr [Link]

    Harry 2x getroffen. Beim ersten Mal konnte ich den Hype den alle um ihn machten gar nicht verstehen. Aber gut vorgelesen hat er. Beim zweiten Mal hat er Anna ein Franzbrötchen mitgebracht und irgendwas genuschelt was ich nicht verstanden habe.

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