Neuerscheinung: Jasper Fforde, Die letzte Drachentöterin

Es begab sich aber vor einer Zeit, genauer gesagt: vor viereinhalb Jahren, dass mich ein Lektor anrief, den ich flüchtig kannte. Er lese mein Blog, sagte er, und er habe da ein Buch zu übersetzen, von dem er meint, es müsse was für mich sein, es handle sich um ein Jugendbuch mit Zauberei und so. Mein lieber freundlicher Mensch, dachte ich, wenn Du mein Blog läsest, könntest Du wissen, dass Jugendbücher mit Zauberei ungefähr das letzte sind, was mich literarisch interessiert. Aber es war der Eichborn-Verlag, für den ich noch nicht gearbeitet hatte, und der nette Lektor, für den ich noch nicht gearbeitet, von dem ich aber nur Gutes gehört hatte, und es war Jasper Fforde. Also sagte ich: Schick mal, ich guck mal rein. Nicht glaubend, dass das wirklich was für mich sein könnte.

7a1821a42699626fUnd dann habe ich beim Übersetzen dauernd gelacht und mich gefreut und mich immer mehr für dieses Buch begeistert. Das ist eine wirklich tolle Geschichte, und wo besagter Lektor auf jeden Fall goldrichtig lag: Genau mein Humor. Es geht um Jennifer Strange, die die Zaubereiagentur Kazam leitet, in der die Zauberer auch alle wohnen. Die Zauberei geht insgesamt in unserer heutigen modernen Welt ja stark zurück, man braucht sie kaum noch, wir haben ja die moderne Technik, aber es ist auch so, dass die Kraft der Magie einfach insgesamt stark gesunken ist. Einstmals mächtige Zauberer können nur noch irgendwas, etwa eine Tüte Chips zum Platzen bringen, ohne sie anzufassen, aber das nutzt halt niemandem etwas. Oder: Es gibt bei Kazam zwei Leute, die Teppiche fliegen können. Das Luftfahrtministerium hat aber aus Sicherheitsgründen die Personenbeförderung mit Teppichen untersagt, sodass den beiden Teppichfliegern jetzt nichts anderes übrig bleibt, als Pizza auszuliefern.
Und so weiter. Ganz, ganz großer Spaß. Und ziemlich klug noch dazu.
Ich habe das also mit großer Begeisterung übersetzt, habe abgegeben, als eine der letzten noch Geld vom insolventen Verlag bekommen, und dann war Eichborn pleite. Und es dauerte und dauerte, bis sie schließlich von Lübbe übernommen wurden, und dann dauerte es nochmal, und jetzt, nicht mal vier Jahre nachdem ich abgegeben habe, ist es also endlich da, beim Lübbe-Jugendbuchableger „one“.
Warnung: Es handelt sich um den ersten Band einer Trilogie. Da kommt also noch was nach. (Allerdings nicht von mir übersetzt.)

Jasper Fforde: Die letzte Drachentöterin. Lübbe one, 252 Seiten, 14,99 €.
Als E-Book 11,99 €.

6 Kommentare

  1. SarahYasemin Freitag, 20. Februar 2015 um 12:36 Uhr [Link]

    Danke für den Hinweis – ich bin großer Fan von Jasper Fforde und hab es natürlich mal wieder nicht mitbekommen, dass es eine neue Veröffentlichung gibt – grazie !!

  2. Kerstin Mittwoch, 25. Februar 2015 um 15:01 Uhr [Link]

    Ich habe das Buch zwar schon auf Englisch gelesen, kaufe es mir jetzt aber natürlich auch noch auf Deutsch. :)
    Aber warum übersetzt du denn die Fortsetzungen nicht, keine Zeit? *schnüff*

  3. Isabel Bogdan Mittwoch, 25. Februar 2015 um 22:55 Uhr [Link]

    Ja, keine Zeit ist einer der Gründe. Aber schade isses in der Tat.

  4. rrho Montag, 2. März 2015 um 17:32 Uhr [Link]

    Habe ja schon meine Bewunderung ausgesprochen, dass Du Fforde übersetzt… werde das Buch jedenfalls meinen Kindern in die Hand drücken, sobald sie alt genug sind.

  5. Fabian Neidhardt Dienstag, 5. Mai 2015 um 16:08 Uhr [Link]

    Isabel, durch deinen Blog bin ich auf das Buch gestoßen und hätte es aufgrund des Covers, des Titels und des Buchrückens wahrscheinlich sonst nicht gelesen. Aber so habe ich es und ich hatte eine tolle Zeit dabei. Danke dir!

  6. Isabel Bogdan Freitag, 8. Mai 2015 um 21:31 Uhr [Link]

    Oh, das freut mich! Ich mochte das auch sehr.

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