Thommie Bayer: Fallers große Liebe

EN_009783492053563Nachdem ich nicht recht wusste, was ich von Vier Arten, die Liebe zu vergessen halten soll, habe ich dann gleich den nächsten Thommie Bayer hinterhergelesen. Und muss leider sagen: da wiederholt sich doch ein bisschen was. Diesmal haben wir nur zwei Männer: einen Antiquar, Alexander, der sich mal gerade so über Wasser hält, und einen reichen älteren Herrn, Faller, der Alexander als Chauffeur anheuert, damit er ihn quer durch die Republik kutschiert. Mit einem schicken Jaguar. Die beiden Männer klappern ehrwürdige Unistädte ab und kommen sich langsam näher, Alexander erfährt immer mehr über Faller, und zwischendurch reimt er sich Dinge zusammen, von denen man als Leser schon längst ahnt, dass sie nicht stimmen. Es kommt mir aber nicht vor, als wäre das vom Autor so gewollt, ich fand sämtliche „Auflösungen“ vielmehr ziemlich vorhersehbar. Und das Frauenbild ist das gleiche wie schon bei den Vier Arten – Frauen müssen vor allem schön sein, alles andere ist sekundär. Frauen sind nur Deko, im Buch wie im Leben. Alles andere muss ebenfalls schön sein, immer haben die Männer Geschmack und sind kunstsinnig und belesen und interessieren sich für Architektur, und man wird das Gefühl nicht los, dass der Autor ebenfalls gern als kunstsinnig und belesen und so weiter dastehen möchte. Trotzdem auch hier wieder: Man kann dann doch nicht recht aufhören zu lesen, gut geschrieben isses schon. Aber jetzt ist es dann erstmal gut mit Bayer.

Thommie Bayer: Fallers große Liebe, gebunden, 16,95 €
Taschenbuch, 8,99 €
E-Book, 7,49 €

5 Kommentare

  1. adelhaid Dienstag, 15. Januar 2013 um 10:47 Uhr [Link]

    wo wohnen denn die bücher nun?

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    • Isabel Bogdan Dienstag, 15. Januar 2013 um 11:17 Uhr [Link]

      Berechtigte Frage. „Fallers große Liebe“ habe ich auf dem Reader gelesen. Ich wünschte, da gäbe es sowas wie eine Regal, in das man die gelesenen Bücher stellen kann, damit einem auf der Startseite erstmal nur der SuB angezeigt wird. Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.
      „Vier Arten, die Liebe zu vergessen“ habe ich verschenkt – auf Empfehlung der Buchhändlerin, und weil ich eh auch selbst ja immer schon mal was von Bayer lesen wollte und sogar schon was aufm Reader hatte – und die Beschenkte gab es mir kurz drauf leihweise zurück, weil sie wissen wollte, wie ich es finde, weil sie selbst nämlich ebenfalls gespaltener Meinung war. Das gebe ich also zurück, und keins der beiden wohnt im Regal.
      Wenn sie ihm Regal wohnen würden, dann zwischen Baudelaire und Bechstein.

  2. Anna Dienstag, 15. Januar 2013 um 12:40 Uhr [Link]

    Mein erstes und immer noch Lieblingsbuch von Thommie Bayer war und ist „Das Herz ist eine miese Gegend“ – kennst du das? Wahrscheinlich schon, ist schon älter. Hat noch den Schwerpunkt auf Musik, ich dachte immer, das sein ein Bayer-Merkmal. ;-) Gerade zu Beginn ist es toll, zieht sich aber zum Ende hin leider etwas; andererseits passt das auch zum Helden Giovanni: die Jugend ist einfach aufregender als das Erwachsensein. Am schönsten finde ich die knappen Zeitgeistzusammenfassungen zu Beginn jedes Kapitels.

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    • Isabel Bogdan Dienstag, 15. Januar 2013 um 12:55 Uhr [Link]

      Nee, das habe ich nicht gelesen. Aber man hört immer, dass es toll sei, deswegen habe ich es mal mit dem Autor versucht. Musik ist in „Vier Arten, die Liebe zu vergessen“ auch viel drin, aber irgendwie wird die auch nur behauptet, man spürt sie nicht richtig. Oder vielleicht auch nur ich nicht.

  3. Alexandra Mittwoch, 16. Januar 2013 um 06:53 Uhr [Link]

    „Fallers große Liebe“ habe ich auch mehr oder weniger in einem Rutsch gelesen: auf der Fähre von Rostock nach Trelleborg im letzen Sommer. Bei strahlend blauem Himmel, der ja auch in dem Buch häufiger mal vorkommt, von daher passte es zur Stimmung.
    Und mir ging es auch so: richtig toll fand ich es nicht, grade weil alles so schön und durchkonstruiert ist, aber weglegen konnte ich es dann auch nicht, denn es liest sich wirklich gut.
    (Die „Auflösung“ im doppelten Sinne den älteren Herrn betreffend hat mich dann doch überrascht.)

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