Daniel Glattauer: Ewig Dein

Ich mochte ja Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ ziemlich gern. Schöne Liebesgeschichte per E-Mail.
Neulich gesehen, dass Glattauer was Neues hat, „Ewig Dein“, schlimmer Titel, und der Klappentext las sich auch nicht so verlockend, fand ich: „Im Supermarkt lernt Judith, Mitte dreißig und Single, Hannes kennen. Kurz darauf taucht er in dem edlen kleinen Lampengeschäft auf, das Judith, unterstützt von ihrem Lehrmädchen Bianca, führt. Hannes, Architekt, ledig und in den besten Jahren, ist nicht nur der Traum aller Schwiegermütter – auch Judiths Freunde sind restlos begeistert. Am Anfang empfindet Judith die Liebe, die er ihr entgegenbringt, als Genuss. Doch schon bald fühlt sie sich durch seine intensive Zuwendung erdrückt und eingesperrt. All ihre Versuche, ihn wieder aus ihrem Leben zu kriegen, scheitern – er verfolgt sie sogar bis in ihre Träume …“
Nun ja. Hat mich nicht so richtig verlockt. (Wenn so ein Text schon mit drei Pünktchen endet!)

Dann lag in der Buchhandlung zufällig so ein kleines Heftchen mit einer Leseprobe. Habe ich eingesteckt, gelesen und dann doch ziemlich nett gefunden. Wenn der Ausdruck „guilty pleasure“ nicht so ein ausgesprochen grauenvoller wäre, könnte man ihn womöglich benutzen. Also das E-Book gekauft. Und siehe: das ist durchaus nicht nur so ein lustiger Frauenroman. Sondern gruselt einen zwischendrin. Das fand ich gut. Dann wird aber irgendwie immer dicker aufgetragen, meiner Meinung nach zu dick, und die „Auflösung“ am Ende ist dann eine echte Räuberpistole. Nicht so richtig meins. Aber hey: ich habe es in kürzester Zeit ausgelesen, es ist durchaus spannend und auch witzig und gut geschrieben, nur die eigentliche Story ist mir am Ende irgendwie zu konstruiert. Fazit: kann man gut machen, liest sich wunderbar so nebenbei weg. Muss man aber auch nicht so wahnsinnig dringend.

Daniel Glattauer: Ewig Dein. 208 Seiten. Deuticke, 17,90 €.
E-Book 13,99 €
Hörbuch, gelesen von Andrea Sawatzki, 19,99 €

2 Kommentare

  1. faby Mittwoch, 15. Februar 2012 um 18:43 Uhr [Link]

    Ich lief durch eine Buchhandlung und sah dieses Buch und dachte, schon wieder ein Glattauer. Ich brach die Rückseite nach zwei Sätzen ab, weil es mich nicht wirklich interessierte. Sah aus und hörte sich dem Cover, dem Titel und den ersten zwei Sätzen nach nach einer weiteren Liebesgeschichte an. Musste nicht sein. Dann aber sah ich in einem Magazin, dieses Buch soll ein Psychothriller sein! Dann muss ich sagen, mit diesem Cover und dem Titel hat man gleich zwei Zielgruppen verfehlt. Die eine, weil sie es kauft und enttäuscht ist. Die andere, weil sie gar nicht mitbekommt, dass dieses Buch etwas für sie sein könnte.

  2. Isabel Bogdan Donnerstag, 16. Februar 2012 um 00:11 Uhr [Link]

    Ja, sehe ich auch so. Wahrscheinlich sollte man so ein bisschen in Sicherheit gewiegt und dann überrascht werden.

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