Kjersti A. Skomsvold (Ursel Allenstein): Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich

Was für ein herzzerreißendes Buch!
Matheas Mann Niels, genannt Epsilon, ist gestorben. Nun muss sie allein zurechtkommen; Epsilon war alles, was sie hatte. Sie hat keine Hobbys, keine Freunde, keine Familie. Das ist vielleicht die Beschreibung des einsamsten Lebens aller Zeiten. Vielleicht bricht es auch nur mir das Herz, weil ich das Gegenteil davon bin, ich muss ja immer Leute um mich herumhaben – Mathea hingegen scheint gar nicht so unglücklich zu sein. Sie weiß, dass sie weiterleben muss, weitermachen, selbst für sich sorgen, dass sie sogar manchmal mit Menschen sprechen muss, und fängt vorsichtlich und zögernd damit an. Sehr vorsichtig. Sehr zögernd. Sehr langsam. Besonders weit kommt sie auch nicht, und eigentlich will sie auch gar nicht. Sie hat vor dem Leben nämlich ebensoviel Angst wie vor dem Sterben und vor den Menschen, es ist nicht so, dass sie Freunde oder sowas vermissen und sich einsam fühlen würde. Sie weiß nur, dass sie irgendwie weitermachen muss. Und hat dabei durchaus Humor und in all ihrer Schüchternheit auch eine Art Selbstbewusstsein. Aber mein Gott, was für eine Einsamkeit. Und alles so schön leise und zart erzählt (sprich: leise und zart übersetzt). Sagte ich schon, dass es mir das Herz bricht?


Kjersti A. Skomsvold bekommt einen Platz im Regal zwischen Isaac B. Singer und Zadie Smith. Danke für dieses schöne Buch, Ursel!

Kjersti Annesdatter Skomsvold (Ursel Allenstein): Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich. 142 Seiten. Hoffmann und Campe, 18,00 €. Auch als Hörbuch.

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