Heinz Janisch / Wolf Erlbruch: Der König und das Meer


 
„Ich bin der König“, sagte der König.
Das Meer rauschte eine Antwort.
„Ich weiß“, sagte der König.
Er wurde still und nachdenklich.
„Ich weiß“, murmelte er.
Dann hörte er lange dem Rauschen zu.

 
 
Und so geht es dem kleinen König immer wieder. Er ist der König, er hat zu bestimmen, alles muss nach seiner Pfeife tanzen und ihn bewundern – allerdings lassen Meer, Wind, Baum, Eichhörnchen und Hund sich davon nicht beeindrucken. Und da der kleine König nicht doof ist, sieht er das auch meistens ein. Überhaupt geht er staunend durch die Welt, und dabei geht ihm in 21 Kürzestgeschichten so allerhand auf. Zum Beispiel über Bücher und Bleistifte und Trompeten, und das ist alles sehr knapp, sehr leise und weise, erzählerisch ebenso wie optisch. Denn die Geschichten sind nicht nur für sich zauberhaft, sondern außerdem auch noch von Wolf Erlbruch illustriert. Wie immer ganz reduziert, eher gedeckte Farben, eine Mischung aus Aufgeklebtem (Karopapier, Schnittmusterbögen, Notenblätter), Zeichnung, Wachsmalstift, allem möglichen. Wunderschön.
Ich werde mir jetzt einfach nach und nach das Erlbruch’sche Gesamtwerk anschaffen und zusammenwünschen. Ich fürchte, das ist ziemlich umfangreich, da müsst Ihr dann durch.

Heinz Janisch / Wolf Erlbruch: Der König und das Meer. 21 Kürzestgeschichten. Sanssouci, 48 Seiten, 10,- €

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