Emily Gravett: Little Mouse’s Big Book of Fears

Die kleine Maus hat ganz schön viel Angst. Beziehungsweise viele Ängste. Angst vor Wasser (Hydrophobia) und Angst vor Vögeln (Ornithophobia) und Angst, sich zu verlaufen (Whereamiophobia). Und für jede dieser Ängste gibt Emily Gravett der kleinen Maus eine ganze Seite Platz, auf dem diese Angst illustriert ist, manchmal sind auch Dinge eingeklebt, zum Beispiel gegen die Angst vorm Verlaufen eine Landkarte der Isle of Fright. Und auf jeder Seite ist außerdem noch genügend Platz für Notizen über eigene Ängste.
Und am Ende hat natürlich auch noch jemand Angst vor der kleinen Maus. Die vor lauter Angst übrigens das Buch ein bisschen angeknabbert hat, keine Seite ist unbeschädigt. Aber das kann man ja auch verstehen, wenn sie immer so viel Angst hat.


Für jemanden, der nicht unter Phobien leidet, ist das sehr schön, die Illustrationen sind großartig, und kleine Gags wie die Whereamiophobia machen es erst recht charmant. Wer allerdings ohnehin schon unter ernsthaften Phobien leidet oder als Kind einfach mal Angst vor diesem oder jenem hat – ich weiß nicht. Keine Ahnung, wie man dann reagiert. Das Buch macht sich nicht über Ängste lustig, das nicht. Aber ist es tröstlich zu wissen, dass es noch andere Ängste gibt? Ist es tröstlich zu wissen, dass man selbst nicht alle Ängste hat, sondern nur ein paar? Will das Buch vielleicht gar nicht tröstlich sein? Bringt es einen womöglich auf Gedanken, wovor man sich sonst noch alles fürchten könnte? Ich habe keine Ahnung, glücklicherweise. Für mich ist das ein sehr schönes und liebevoll gemachtes Buch. Ob es für Kinder oder Phobiker geeignet ist, weiß ich nicht.

Englisch:
Emily Gravett: Little Mouse’s Big Book of Fears. Palgrave Macmillan, Taschenbuch, 8,99 €
Simon & Schuster Children’s Publishing, gebunden, 14,99 €

Deutsch:
Emily Gravett (Uwe-Michael Gutzschhahn): Mein Buch vom Angsthaben. Sauerländer, gebunden, 19,90 €

3 Kommentare

  1. Kóòky Donnerstag, 23. September 2010 um 14:35 Uhr [Link]

    Hallo Isabel,

    kurze Frage: ab welchem Alter bzw. für welches (Kindes-)Alter würdest Du das Buch empfehlen; hört sich nämlich vielversprechend an …
    Danke.

    Gruß
    – Kóòky

  2. Isabel Bogdan Donnerstag, 23. September 2010 um 14:51 Uhr [Link]

    Keine Ahnung. Die Bilder sind durchaus etwas bedrohlich, oben drüber steht dann immer ein langes Fremdwort – Irgendwasphobie – und auf der illustrierten Seite noch ein Satz, der diese Phobie erklärt. („Birds make me feel twitchy.“) Ab welchem Alter ich das für gut halten würde, weiß ich wirklich nicht. Mir scheint, es ist eher was für Erwachsene, die ein Faible für Illustration haben. Ich fürchte, Du musst es Dir selbst angucken.

  3. Kóòky Freitag, 24. September 2010 um 09:35 Uhr [Link]

    Danke Dir.
    Dann werd‘ ich das wohl mal tun …
    Und Kinder werden ja irgendwann auch mal größer bzw. älter.

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